KÖLN EHRT DAS ANDENKEN AN RUDOLF DUALA MANGA BELL

Ein neuer Schritt in der Erinnerungsarbeit zwischen Kamerun und Deutschland

Köln, 24. September 2026 – Die Stadt Köln hat Rudolf Duala Manga Bell, einer Symbolfigur des kamerunischen Widerstands gegen die deutsche Kolonialherrschaft, feierlich Tribut gezollt und eine Straße im Stadtbezirk Köln-Nippes nach ihm benannt. Die frühere Gustav-Nachtigal-Straße trägt nun den Namen Manga-Bell-Straße.

Die Zeremonie, die auf Initiative der Bezirksvertretung Köln-Nippes organisiert wurde, fand im Beisein zahlreicher deutscher und kamerunischer Persönlichkeiten statt. Darunter waren Seine Königliche Hoheit Jean-Yves EBOUMBOU DOUALA BELL, Oberhaupt des Kantons Bell, sowie Herr Marcel MÜLLER, Vertreter der deutschen Bundesregierung und Leiter des Referats Zentralafrika im Auswärtigen Amt.

Zur kamerunischen Delegation gehörten außerdem traditionelle Autoritäten, die Abgeordnete SOPPO TOUTE Marlyse, die älteste Abgeordnete der Nationalversammlung, sowie Dr. André KWAM, Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Kamerun. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Köln, Schülerinnen und Schüler, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Mitglieder der kamerunischen Gemeinschaft aus verschiedenen Regionen Deutschlands und anderen europäischen Ländern nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Ein starkes Zeichen für die Erinnerungsarbeit

Die Umbenennung ist ein hochsymbolischer Akt der historischen Anerkennung. Sie trägt dazu bei, das Andenken an Emily und Rudolf Duala Manga Bell im deutschen öffentlichen Raum zu verankern. Rudolf Duala Manga Bell wurde 1914 von der deutschen Kolonialverwaltung wegen seines Widerstands gegen die Kolonialpolitik in Kamerun hingerichtet.

In seiner Rede betonte der Vertreter der deutschen Bundesregierung die Bedeutung, die Deutschland der Erinnerungsarbeit beimisst, sowie die Qualität der freundschaftlichen und kooperativen Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Für die Botschaft Kameruns, vertreten durch S.E. Victor NDOCKI, Botschafter Kameruns in Deutschland, ist diese Initiative der Stadt Köln ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungsarbeit rund um die gemeinsame Geschichte Kameruns und Deutschlands. Sie fügt sich in eine Entwicklung ein, die bereits in anderen deutschen Städten zu beobachten ist, insbesondere in Ulm, Aalen und Berlin, wo ähnliche Initiativen dazu beigetragen haben, die Geschichte des kamerunischen Widerstands gegen den Kolonialismus bekannter zu machen.

Über Rudolf Duala Manga Bell hinaus: die Vielfalt des kamerunischen Widerstands sichtbar machen

Bei dieser Gelegenheit erinnerte der Botschafter daran, dass Rudolf Duala Manga Bell Teil einer umfassenderen Geschichte des kamerunischen Widerstands gegen die Kolonialherrschaft ist.

Je nach Kontext und Umständen leisteten viele traditionelle Oberhäupter und kamerunische Persönlichkeiten offen Widerstand gegen die Kolonisierung, setzten auf Verhandlungen oder entschieden sich für Formen der Zusammenarbeit mit der deutschen Verwaltung, um ihre Gemeinschaften zu schützen und ihre Interessen zu verteidigen.

Diese Vielfalt historischer Verläufe verdient es, stärker erforscht und gelehrt zu werden. Die Zusammenarbeit zwischen Kamerun und Deutschland kann dazu beitragen, Forschende, Universitäten, Kultureinrichtungen und Gebietskörperschaften zu ermutigen, die Forschung zu diesen verschiedenen Persönlichkeiten, ihren Gemeinschaften und den vielfältigen Formen von Widerstand und Anpassung gegenüber der Kolonialmacht zu vertiefen.

Die kamerunische Gemeinschaft als Brücke zwischen beiden Gesellschaften

Die Zeremonie bekräftigte auch die Bedeutung der in Deutschland ansässigen kamerunischen Gemeinschaft für die Annäherung beider Länder.

Der Botschafter erneuerte seinen Aufruf an die kamerunische Gemeinschaft, auch weiterhin ihre Rolle als Mittlerin und bevorzugte Gesprächspartnerin zwischen Kamerun und der deutschen Gesellschaft voll auszufüllen. Mit ihrer Dynamik, ihren Kompetenzen und ihrem Engagement ist sie ein großer Gewinn für die Stärkung der Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Eine gemeinsame Geschichte bewahren und weitergeben

Mit der Benennung einer Kölner Straße nach Rudolf Duala Manga Bell tragen die lokalen Behörden dazu bei, ein wichtiges Kapitel der kamerunischen und deutsch-kamerunischen Geschichte sichtbarer zu machen.

Über die Benennung einer öffentlichen Straße hinaus ist dieser Akt Teil eines Bemühens, das historische Gedächtnis zu bewahren, weiterzugeben und zu lehren. Er erinnert daran, wie wichtig es ist, den Dialog zwischen Kamerun und Deutschland über ihre gemeinsame Vergangenheit fortzusetzen und diese Erinnerungsarbeit zu einem Instrument des Wissens, des gegenseitigen Verständnisses und der Annäherung zwischen den Generationen und Völkern zu machen.

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