MEDIZINISCHES SEMINAR IN BERLIN: DIE DIASPORA ENGAGIERT SICH
Am Samstag, dem 18. April 2026, diente die Botschaft Kameruns in Berlin als Austragungsort für ein wichtiges Seminar, das von der Nationalen Ärzteordnung Kameruns (ONMC) organisiert wurde. Das Thema lautete: „Rolle der medizinischen Diaspora im Gesundheitssystem Kameruns“.
Die Veranstaltung brachte eine große Gemeinschaft kamerunischer Ärzte aus Deutschland und Europa zusammen, in Anwesenheit des Präsidenten der ONMC, Dr. Fonkoua Rodolphe, der eigens aus Yaoundé angereist war, sowie Seiner Exzellenz des Botschafters Kameruns in Deutschland. Zahlreiche Teilnehmer beteiligten sich auch online an den Diskussionen.
Die Arbeit wurde von Dr. Alain Nguento, dem Vertreter der ONMC in der Bundesrepublik Deutschland, eingeleitet. Sein Plädoyer hob die Herausforderungen hervor, denen sich Ärzte der Diaspora bei der Durchführung von medizinischen Missionen in Kamerun gegenübersehen, sowie die Notwendigkeit einer besseren institutionellen Begleitung.
Die verschiedenen Beiträge beleuchteten das beträchtliche Potenzial der medizinischen Diaspora, insbesondere in den Bereichen Ausbildung, Kompetenztransfer und Verbesserung des medizinischen Versorgungsangebots in Kamerun. In diesem Zusammenhang stellte Dr. Siemeni die Initiativen des Netzwerks Heart-Beat vor, veranschaulicht durch den kürzlichen Erfolg einer Herzklappenimplantation (TAVI) in Douala, die von in Deutschland ansässigen kamerunischen Spezialisten durchgeführt wurde.
Dr. Ivo, Onkologe, betonte seinerseits das Ausmaß des Versorgungsdefizits in Kamerun und die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit zwischen lokalen Ärzten und der Diaspora zu verstärken, insbesondere durch den Einsatz neuer Technologien zur Verbesserung der Ausbildung und der Diagnosequalität.
Die Diskussionen ermöglichten es auch, die strukturellen Herausforderungen des kamerunischen Gesundheitssystems zu thematisieren, insbesondere in Bezug auf die medizinische Ausbildung und die Arbeitsbedingungen der Praktiker, während gleichzeitig die Notwendigkeit unterstrichen wurde, die Synergien zwischen lokalen Akteuren und denen der Diaspora zu verstärken.
Ein Höhepunkt des Seminars war der Beitrag des Präsidenten der ONMC, der eine schonungslose Diagnose der Herausforderungen der kamerunischen Medizin stellte und zu einer verstärkten Mobilisierung der Diaspora für die Schaffung von Exzellenz-Gesundheitszentren aufrief.
Die Vorstellung des Forums kamerunischer Ärzte in Deutschland durch Dr. Kono Kono, der seit über 30 Jahren in der Organisation kostenloser medizinischer Kampagnen in Kamerun aktiv ist, veranschaulichte ebenfalls das konkrete und nachhaltige Engagement der Diaspora.
Die Diskussionen zwischen den Paneelmitgliedern und dem Publikum waren besonders reichhaltig und bestätigten den Willen der ONMC, ihre Zusammenarbeit mit den im Ausland lebenden kamerunischen Ärzten zu verstärken. CAMFOMEDICS äußerte in diesem Zusammenhang den Wunsch, dass der Präsident der Ärzteordnung regelmäßig an seinen Aktivitäten in Deutschland teilnimmt.
Dieses Seminar stellte somit eine konstruktive und vielversprechende Austauschplattform dar, die den Weg für eine nachhaltige Verstärkung des Beitrags der medizinischen Diaspora zur Entwicklung des kamerunischen Gesundheitssystems ebnet.


























