START IN HAMBURG EINES KAMERUNISCH-DEUTSCHEN PROJEKTS ZUR POSTKOLONIALEN BILDUNG

Hamburg, 1. September 2026 – Die Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg war am 1. September 2026 Gastgeber der Eröffnungsfeier für das kamerunisch-deutsche Projekt „Erziehung, Bildung, Kolonialität. Postkoloniale Bildung in der erziehungswissenschaftlichen Hochschullehre“, das sich der Integration postkolonialer Perspektiven in die Hochschullehre der Erziehungswissenschaft widmet.

Gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre, verbindet dieses zweijährige Projekt (1. April 2026 – 31. März 2028) vier Universitäten: die Universität Garoua, die Universität Yaoundé I, die Universität Hamburg und die Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Eine langfristig angelegte universitäre Kooperation

Das Projekt fügt sich ein in eine seit mehreren Jahren bestehende Kooperationsdynamik zwischen kamerunischen und deutschen Hochschulen. Es knüpft insbesondere an den Besuch einer Delegation der Universität Maroua unter der Leitung ihres Rektors an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg im Juni 2025 an. Bei diesem Treffen wurden die Möglichkeiten einer Partnerschaft im Bereich der Erziehungswissenschaft ausgelotet und die Grundlagen für die heute durch das vorliegende Projekt verwirklichte Zusammenarbeit gelegt.

Die Einrichtung dieser Initiative wurde zudem durch Dr. Hamidou Hassana erleichtert, der als Gastwissenschaftler und Dozent an der Universität Garoua tätig ist und ehemaliger Doktorand der Universität Hamburg und der Universität Maroua ist. Sein akademischer Werdegang und die mit seiner ehemaligen Universität geknüpften Verbindungen spielten eine wichtige Rolle bei der Annäherung der verschiedenen Partner.

Kamerunische und deutsche Perspektiven zusammenbringen

Eines der Hauptziele des Projekts ist es, Studierenden und Lehrenden zu ermöglichen, über Bildungsprozesse im Rahmen einer kritischen Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Kolonialität und deren gegenwärtigen Kontinuitäten zu reflektieren.

Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, diese Fragen nicht ausschließlich aus einer deutschen oder europäischen Perspektive zu betrachten. Die Beteiligung der Universitäten Garoua und Yaoundé I ermöglicht es, kamerunische und afrikanische Erfahrungen, Wissensbestände und Perspektiven in die Lehr- und Forschungsaktivitäten zu integrieren.

Das Projekt sieht unter anderem die Konzeption und Evaluation eines gemeinsamen Masterseminars mit dem Titel „Erziehung, Bildung, Kolonialität“, die Entwicklung von Open Educational Resources (OER) sowie die Erstellung eines Positionspapiers vor, das sich einer reflexiven Bildung im Umgang mit dem Kolonialismus und seinen bis heute nachwirkenden Folgen widmet.

Ein Auftaktworkshop mit kamerunischen und deutschen Studierenden

Die Aktivitäten begannen am 2. September 2026 mit einem Auftaktworkshop, der bis zum 5. September an der Universität Hamburg dauert. Er bringt die verschiedenen Projektpartner sowie kamerunische und deutsche Studierende zusammen – fünf Studierende pro beteiligter Universität.

Dieser Workshop basiert auf dem Ansatz des forschenden Lernens und zielt darauf ab, den wissenschaftlichen und interkulturellen Austausch zu fördern und es den Studierenden zu ermöglichen, ihre Erfahrungen und Perspektiven zu Fragen von Bildung, Kolonialität und Postkolonialität miteinander zu vergleichen.

Die kamerunische Teilnahme wurde jedoch durch Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Visa beeinträchtigt. Mehrere Studierende konnten daher nicht nach Deutschland reisen. Auch Prof. Pierre Fadibo, Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Garoua, konnte aus demselben Grund nicht an den Aktivitäten teilnehmen.

Perspektiven für die Hochschulbildung

An der Eröffnungsfeier nahmen mehrere Verantwortliche und Lehrende der Partnerinstitutionen teil, darunter Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann, Projektleiterin, Prof. Dr. Claus Krieger, Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg, Prof. Liebing, Honorarkonsul Kameruns in Hamburg, Prof. Ahadji Mahamat von der Universität Garoua, Prof. Dr. Alexis Armélien Gasisou von der École Normale Supérieure von Yaoundé I, Prof. Dr. Ilonca Hardy, Prodekanin für akademische Angelegenheiten der Universität Frankfurt, sowie Prof. Dr. Bettina Kleiner von der Goethe-Universität Frankfurt und Dr. Hamidou Hassana.

Durch diese Kooperation wollen die kamerunischen und deutschen Partner zur Erneuerung der Lehrpraktiken und Curricula in der Erziehungswissenschaft beitragen und gleichzeitig einen pluralistischen und kritischen Zugang zur Kolonialgeschichte und ihren Vermächtnissen fördern.

Dieses Projekt stellt somit einen weiteren Schritt zur Stärkung der universitären und wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Kamerun und Deutschland dar, indem es den Dialog zwischen Wissensbeständen und Perspektiven in den Mittelpunkt der Ausbildung zukünftiger Generationen stellt.

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